Fachbereich Geowissenschaften


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05.07.2012

HRSC Produktserie #558 - Melas Dorsa Orbit 10532


Mars Express - Schmetterlingskrater und Runzelrücken in der Region Melas Dorsa


Perspektive [1]
Perspektive [1]



Am 17. April 2012 nahm die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene, hochauflösende Stereokamera HRSC auf der ESA-Raumsonde Mars Express einen Teil der Region Melas Dorsa auf.





Kontextkarte [2]
Kontextkarte [2]



Melas Dorsa liegt im vulkanischen Hochland des Planeten Mars zwischen Sinai und Thaumasia Plana, etwa 250 Kilometer südlich des Melas Chasma, einem Teil des großen Valles Marineris Grabens. Auf dem Bild fällt sofort der etwa 16 Kilometer große, leicht elliptische Krater auf, dessen so genannte Auswurfdecke eine sehr schöne Schmetterlingsform hat. Um eine derartige Auswurfdecke zu bilden, muss der Einschlag auf der Oberfläche in einem flachen Winkel erfolgt sein.





Farbkodiertes Höhenmodell [3]
Farbkodiertes Höhenmodell [3]

Außerdem erkennt man gut die quer durch das Bild laufenden, rückenartigen Strukturen. Hierbei handelt es sich um so genannte Runzelrücken (engl. "wrinkle ridges"). Runzelrücken werden zu den tektonischen Landschaftsformen gezählt. Sie entstehen in mächtigen Gesteinssequenzen, die aus einzelnen Gesteinsschichten aufgebaut sind. Durch starken Druck werden diese Gesteinspakete gestaucht - aufgrund der Verkürzung der Oberfläche bilden sich dann die charakteristischen Rücken.



RGB Farbbild [4]
RGB Farbbild [4]

Eine weitere, interessante tektonische Erscheinung ist in der linken Bildhälfte zu sehen. Offensichtlich nach der Entstehung der Runzelrücken ereigneten sich weitere Verschiebungen in der Kruste, die zur Ausbildung mehrerer Störungen führten. Hintereinander gestaffelt durchziehen die Brüche nahezu die komplette Aufnahme. Auch auf der Erde sind solche Strukturen auch bekannt und werden "en echelon" (frz. "gestaffelt") Verschiebungen genannt.



Rot-Cyan Anaglyphe [5]
Rot-Cyan Anaglyphe [5]


Markant in der Aufnahme ist auch der verfüllte Krater im oberen Bildabschnitt. In seinem Inneren weist er konzentrische Ablagerungen auf, die Hinweise auf die Materialbeschaffenheit der Füllung liefern könnten.




Bildverarbeitung und das HRSC-Experiment auf Mars Express


Die Aufnahmen mit der HRSC (High Resolution Stereo Camera) entstanden während Orbit 10.532 von Mars Express. Die Bildauflösung beträgt etwa 18 Meter pro Bildpunkt (Pixel). Die Abbildungen zeigen hiervon einen Ausschnitt bei 18 Grad südlicher Breite und 288 Grad östlicher Länge.



Die Farbansicht wurde aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanal und den Farbkanälen der HRSC erstellt; die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Das Anaglyphenbild, das bei Betrachtung mit einer rot-blau- oder rot-grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal abgeleitet. Die in Regenbogenfarben kodierte Draufsicht beruht auf einem digitalen Geländemodell der Region, von dem sich die Topographie der Landschaft ableiten lässt.



Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hatte, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 40 Co-Investigatoren aus 33 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung des PI entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH). Sie wird vom DLR -Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin erstellt.




Download
hochaufgelöste Bilddaten / high resolution image data

Kontextkarte [2]:   TIF
(2 MBs)
JPG
(426 KBs)
Farbkodiertes Höhenmodell [3]:   TIF
(90 MBs)
JPG
(10 MBs)
RGB Farbbild [4]:   TIF
(85 MBs)
JPG
(12 MBs)
Perspektive [1]:   TIF
(14 MBs)
JPG
(2 MBs)
Rot-Cyan Anaglyphe [5]:   TIF
(61 MBs)
JPG
(7 MBs)

© Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 

© 2003 - 2017 Fachbereich Geowissenschaften Berlin 
Stand: 18.07.2012

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