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03.06.2011

HRSC Produktserie #509 - Ulyxis Rupes Orbit 8995

HRSC Press Release #509 - Ulyxis Rupes (orbit 8995)


Perspektive [1]
Perspektive [1]
Am 15. Januar 2011 nahm die hochauflösende Stereokamera (HRSC), unter der Leitung des Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin, auf der ESA-Sonde Mars Express im Orbit 8995 einen Teil der Region Ulyxis Rupes mit einer Auflösung von ca. 49 Metern pro Bildpunkt auf. Die Abbildungen zeigen hiervon einen Ausschnitt bei 72° südlicher Breite und 162° östlicher Länge. Die hier gezeigten Bildprodukte wurden in der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung, am Institut für Geologische Wissenschaften an der Freien Universität Berlin erstellt.

On 15 January 2011 the High-Resolution Stereo Camera (HRSC), under the leadership of the Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum of Freie Universitaet Berlin, onboard the ESA spacecraft Mars Express obtained image data in orbit 8995 with a ground resolution of approximately 49 meters per pixel. The data were acquired in the region Ulyxis Rupes at approximately 72° southern latitude and 162° eastern longitude. The scenes shown here were created at the Department of Planetary Sciences and Remote Sensing, at the Institute of Geological Sciences of the Freie Universitaet Berlin.




Kontextkarte [2]
Kontextkarte [2]
Ulyxis Rupes ist das einzige benannte morphologische Merkmal in der abgebildeten Marsszene. Es ist ein klassisches Albedo Feature, das wie so oft von E. M. Antoniadi benannt wurde. Rupes ist der lateinische Begriff für Steilhang oder Abhang. Ulyxis Rupes befindet sich in hohen Breiten des südlichen Hochlands des Planeten (Lat./Long:-68.37°/159.9°) und erstreckt sich über eine Länge von etwa 390 km. Der etwas unspektakuläre Beginn dieses Abhangs ist mit Pfeilen gekennzeichnet (siehe auch Kontextkarte).

Ulyxis Rupes is the only named morphological feature in the shown Mars-sequence. It is a classic albedo feature, which was also named by E. M. Antoniadi. Rupes is the Latin term for scarp or cliff. Ulyxis Rupes is located at high latitudes of the southern highlands of the planet (Lat./Long:-68.37°/159.9°) and extends over a distance of approximately 390 km. The admittedly unspectacular morphological feature is marked with arrows (see also context map).




Farbkodiertes Höhenmodell [3]
Farbkodiertes Höhenmodell [3]
Obgleich dieses Presseprodukt nach Ulyxis Rupes, der einzigen namentlich erwähnten morphologischen Struktur in diesem Gebiet benannt ist, gibt es andere faszinierende Landschaftsformen - Eisablagerungen. Etwa zwei Drittel der gezeigten Szene ist vom Südpol-Eispanzer und vorgelagerten Eisablagerungen geprägt. Die südliche Hälfte des Bildes wird von der geschlossenen Eiskappe dominiert. Sie ist stark von dunklem Lockermaterial überdeckt. An nach Norden gewandten Steilhängen sind sehr gut Wechsellagerungen aus Eis und dunklen Sedimentschichten zu erkennen, die auch als „polar layered deposits“ bekannt sind (Box 1). Die oft halbkreisförmige Form der Steilhänge ist vereinzelt auf darunter lagernde Impaktkrater zurückzuführen. Die Steilhänge bewirken außerdem eine Terrassierung, die von Süden nach Norden abnimmt (farbcodiertes Höhenmodell).

Although this press release is named after Ulxis Rupes, the only named feature in this region, there are other interesting landforms – ice deposits. About two third of the image is covered by the South Pole ice cap and scattered ice deposits. The southern half is dominated by the ice shield which is heavily covered by dark unconsolidated material. At north-facing cliffs the intercalation of ice and dark layers is very well recognisable. Such a sequence is also known as polar layered deposits (box 1). Those scarps often form arcs which are partially owed to underlying impact craters. Due to the scarps terraces developed which gradually decline from south to north (colour-coded elevation model).




Lagekarte der beschriebenen<br>geologischen Strukturen [4]
Lagekarte der beschriebenen
geologischen Strukturen [4]
Dem Eisschild sind isolierte, teilweise große zusammenhängende, Eisablagerungen vorgelagert (Box 2). Diese sind mitunter stark mit dunklem Material bedeckt. Aufgrund der Windaktivität findet ständige Umlagerung statt und bildet oft longitudinale Dünen. Anhand der Ausrichtung dieser Dünen kann eine vorherrschende Windrichtung in nordwestlicher Richtung abgeleitet werden.

In front of the ice shield isolated, partially large ice deposits are observed which in parts are heavily covered by dark material (box 2). Wind redistributes this material and often forms longitudinal dunes. Based on the orientation of the dunes the prevailing northwesterly wind direction can be derived.




Nadiraufnahme [5]
Nadiraufnahme [5]
Mit zunehmender Entfernung vom Südpol sind größere Eisvorkommen nur noch im Inneren von Impaktkratern erhalten (Box 3). Auffällig ist dabei, dass sich diese „Mini-Eispanzer“ nicht zentral im Inneren sondern näher an der Nordwand des Kraters befinden. Dies ist auf die von Norden kommende Sonnenstrahlung zurückzuführen, d.h., die Südhänge des Kraters erwärmen sich stärker wobei Eis weniger gut konserviert wird.

With increasing distance from the South Pole large ice occurrences are only present within larger impact craters (box 3). Interestingly, those “mini”- ice shields are not located in the centre of the crater but slightly offset toward the north. This is induced by the sunlight coming from the north. That means the southern walls of impact craters warm up causing ice to melt. As a result ice is preferentially preserved close the colder north wall.




RGB Farbbild [6]
RGB Farbbild [6]
In den Boxen 4 und 5 sind irregulär geformte helle Ablagerungen zu erkennen, die teilweise parallele Oberflächenstrukturen aufweisen. Obwohl es noch einer genaueren Analyse bedarf, könnte es sich hierbei vermutlich um relikte Eisablagerungen oder "Tot-Eis" handeln. An manchen Stellen ist deutlich zu erkennen, dass diese Ablagerungen teilweise von dunklem Material überlagert werden.

In boxes 4 and 5 irregular formed light-toned deposits are observed which partially developed parallel structures on their surfaces. Although further analyses are required, a plausible interpretation would be that these deposits represent relict isolated ice deposits or "dead ice". At some locations the deposits are overlain by dark material likely protecting the underlying from melting.




Rot-Cyan Anaglyphe [7]
Rot-Cyan Anaglyphe [7]
Die Farbansichten wurden aus dem senkrecht blickenden Nadirkanal und den Farbkanälen erstellt, die Schrägansicht wurde aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Die Anaglyphen werden aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal abgeleitet. Die schwarzweißen Detailaufnahmen wurden dem Nadirkanal entnommen, der von allen Kanälen die höchste Auflösung zur Verfügung stellt.

The colour scenes have been derived from the three HRSC-colour channels and the nadir channel. The perspective views have been calculated from the digital terrain model derived from the stereo channels. The anaglyph image was calculated from the nadir and one stereo channel. The black and white high resolution images were derived from the nadir channel which provides the highest detail of all channels.




Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hatte, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 40 Co-Investigatoren aus 33 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung des Principal Investigators (PI) G. Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena -Optronik GmbH). Sie wird vom DLR -Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

The High Resolution Stereo Camera (HRSC) experiment on the ESA Mars Express Mission is led by the Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum who also designed the camera technically. The science team of the experiment consists of 40 Co-Investigators from 33 institutions and 10 nations. The camera was developed at the German Aerospace Center (DLR) under the leadership of the PI G. Neukum and built in cooperation with industrial partners (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH and Jena-Optronik GmbH). The experiment on Mars Express is operated by the DLR Institute of Planetary Research, through ESA/ESOC. The systematic processing of the HRSC image data is carried out at DLR. The scenes shown here were created by the PI-group at the Institute for Geological Sciences of the Freie Universitaet Berlin in cooperation with the German Aerospace Center (DLR), Institute of Planetary Research, Berlin.





Download
hochaufgelöste Bilddaten / high resolution image data

Kontextkarte [2]:   TIF
(2 MBs)
JPG
(426 KBs)
Farbkodiertes Höhenmodell [3]:   TIF
(71 MBs)
JPG
(13 MBs)
Lagekarte der beschriebenen
geologischen Strukturen [4]
:   
TIF
(23 MBs)
JPG
(7 MBs)
Nadiraufnahme [5]:   TIF
(23 MBs)
JPG
(7 MBs)
RGB Farbbild [6]:   TIF
(69 MBs)
JPG
(8 MBs)
Rot-Cyan Anaglyphe [7]:   TIF
(56 MBs)
JPG
(9 MBs)
Perspektive [1]:   TIF
(22 MBs)
JPG
(3 MBs)

© Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 

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Stand: 18.07.2012

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