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24.07.2009

HRSC Produktserie #439 - Maadim Vallis Orbit 6393

HRSC Press Release #439 - Maadim Vallis (orbit 6393)


Perspektive [1]
Perspektive [1]
Am 24. Dezember 2008 nahm die hochauflösende Stereokamera (HRSC), unter der Leitung des Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin, auf der ESA-Sonde Mars Express im Orbit 6393 einen Teil der Region südöstlich von MaÂ’adim Vallis mit einer Auflösung von ca. 15 Metern pro Bildpunkt auf. Die Abbildungen zeigen hiervon einen Ausschnitt bei 29° südlicher Breite und 182° östlicher Länge.

On 24 December 2008 the High-Resolution Stereo Camera (HRSC), under the leadership of the Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum of Freie Universitaet Berlin, onboard the ESA spacecraft Mars Express obtained image data in orbit 6393 with a ground resolution of approximately 15 meters per pixel. The data were acquired in the region south-east of MaÂ’adim Vallis at approximately 29° southern latitude and 182° eastern longitude.




Kontextkarte [2]
Kontextkarte [2]

MaÂ’adim Vallis ist neben den berühmten Valles Marineris einer der größten Canyons auf dem Mars. Er liegt zwischen der Vulkanregion Tharsis und dem Einschlagbecken Hellas Planitia. Mit einer Breite von bis zu 20 Kilometern schneidet sich der Canyon beginnend im südlichen Hochland nahe der Dichotomiegrenze bis zu 2 Kilometer tief in die Marsoberfläche ein und mündet schließlich in den Gusev Krater. Der Bildausschnitt ist etwa 138 Kilometer x 70 Kilometer groß. Mit einer Fläche von ca. 9660 km² entspricht das der Größe von Zypern. Die Abbildung zeigt einen südöstlich von MaÂ’adim Vallis gelegenen Teil der Region.

MaÂ’adim Vallis is besides Valles Marineris one of the largest canyons on Mars. Located between the volcanic region Tharsis and the Hellas Planitia impact basin, the canyon originates in the southern highlands close to the dichotomy boundary and ends in the Gusev crater. MaÂ’adim Valles up to 20 kilometers wide and cuts up to 2 kilometers deep into the Martian crust. The image was acquired south-east of MaÂ’adim Vallis. Extending over an area of 138 Kilometers x 70 Kilometers, the image exhibits an area of 9660 km² which is roughly the size of Cyprus.



Farbkodiertes Höhenmodell [3]
Farbkodiertes Höhenmodell [3]

Etwa in der Bildmitte ist entlang einer deutlich sichtbaren Grenze der Übergang von dunklem Material im Westen der Region zu hellerem Material im unteren Bildteil zu erkennen (1). Vermutlich handelt es hier um die Grenze eines basaltischen Lavastroms, einer sogenannten „Lava Flow Front“. Deutlich sind auf der Oberfläche der Lavadecke sogenannte „wrinkle ridges“ zu erkennen. Die Umstände, die zur Bildung solcher „wrinkle ridges“ führen, sind noch umstritten. Aber sie sind vermutlich zurückzuführen auf Kompressionsprozesse in der oberen Kruste. Ausströmende Lava kann auch auf der Erde sehr große Flächen überfluten. So bedecken die Dekkan-Trapps in Indien eine Fläche von ca. 500.000 km², das entspricht etwa der Größe Frankreichs.

Lagekarte der beschriebenen<br>geologischen Strukturen [4]
Lagekarte der beschriebenen
geologischen Strukturen [4]
A sharp boundary is visible in the image center (1). It marks the change-over of darker material in the west to lighter colored material in the east of the region. Most likely this feature is a so-called lava flow front, the margin of a basaltic lava flow. One can clearly identify wrinkle ridges on the surface of the lava blanket. The circumstances leading to the formation of wrinkle ridges is still debated. These are likely related to the compressive forces of upper most crust. The Dekkan-Trapp basalts in India cover a region of 500.000 km², which is roughly the size of France.


Nadiraufnahme [5]
Nadiraufnahme [5]
Im nördlichen Teil des Gebietes ist ein etwa 20 Kilometer großer Einschlagskrater zu erkennen (2). Dieser Krater wurde von Lava zu einem großen Teil verfüllt, ist also früher als der Lavastrom entstanden. Später bildete sich durch einen weiteren Einschlag ein kleinerer, etwa 7 Kilometer großer Krater im südlichen Teil des alten Kraters. Dieser kleinere Krater zeigt eine gut zu erkennende Auswurfdecke, die möglicherweise durch wasserhaltiges Material gebildet wurde, welches beim Einschlag ausgeworfen wurde.

RGB Farbbild [6]
RGB Farbbild [6]
The northern part of the region exhibits an almost 20 kilometers large impact crater (2). This crater was partly filled by lava, hence the lava flow postdates the impact crater. Later, another just 7 kilometers large impact crater formed on the southern edge of the older crater. This smaller crater shows a so-called ejecta blanket which forms from possible hydrous material ejected on impact.





Rot-Cyan Anaglyphe [7]
Rot-Cyan Anaglyphe [7]
Durch die Bildmitte verläuft in Ost-West-Richtung eine insgesamt über 200 Kilometer lange Störungszone (3). Die Ursachen, die zur Bildung dieser Störungszone geführt haben, sind noch unklar. Möglicherweise handelt es sich um einen Grabenbruch, der in Zusammenhang mit der Aufwölbung der Tharsis Region im Nordosten entstanden ist. Durch die Aufwölbung kam es zu großen Spannungen in der Kruste des Planeten, die durch die Bildung von Brüchen abgebaut wurden.

A linear feature divides the image almost in the center (3). Most likely this over 200 kilometers long structure is a trough. It is still debated what processes led to its formation, probably it is related to the uprising of the volcanic region Tharsis which is located to the north-east of the trough. The uprising induced a lot of stress to the planets crust which was released by the formation of fracture zones.

Perspektive #2 [8]
Perspektive #2 [8]
Die Farbansicht wurden aus dem senkrecht blickenden Nadirkanal und den Farbkanälen erstellt, die Schrägansichten wurden aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Die Anaglyphe wird aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal abgeleitet. Die schwarzweiße Detailaufnahme wurde dem Nadirkanal entnommen, der von allen Kanälen die höchste Auflösung zur Verfügung stellt.

The colour scene have been derived from the three HRSC-colour channels and the nadir channel. The perspective views have been calculated from the digital terrain model derived from the stereo channels. The anaglyph image was calculated from the nadir and one stereo channel. The black and white high resolution image was derived from the nadir channel which provides the highest detail of all channels.


Perspektive #3 [9]
Perspektive #3 [9]
Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hatte, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 40 Co-Investigatoren aus 33 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung des Principal Investigators (PI) G. Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena -Optronik GmbH). Sie wird vom DLR -Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

The High Resolution Stereo Camera (HRSC) experiment on the ESA Mars Express Mission is led by the Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum who also designed the camera technically. The science team of the experiment consists of 40 Co-Investigators from 33 institutions and 10 nations. The camera was developed at the German Aerospace Center (DLR) under the leadership of the PI G. Neukum and built in cooperation with industrial partners (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH and Jena-Optronik GmbH). The experiment on Mars Express is operated by the DLR Institute of Planetary Research, through ESA/ESOC. The systematic processing of the HRSC image data is carried out at DLR. The scenes shown here were created by the PI-group at the Institute for Geological Sciences of the Freie Universitaet Berlin in cooperation with the German Aerospace Center (DLR), Institute of Planetary Research, Berlin.




Download
hochaufgelöste Bilddaten / high resolution image data

Kontextkarte [2]:   TIF
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Farbkodiertes Höhenmodell [3]:   TIF
(72 MBs)
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(6 MBs)
Lagekarte der beschriebenen
geologischen Strukturen [4]
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TIF
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Nadiraufnahme [5]:   TIF
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RGB Farbbild [6]:   TIF
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Rot-Cyan Anaglyphe [7]:   TIF
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Perspektive [1]:   TIF
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Perspektive #2 [8]:   TIF
(33 MBs)
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Perspektive #3 [9]:   TIF
(29 MBs)
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© Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 

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Stand: 11.06.2014

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