Fachbereich Geowissenschaften


Springe direkt zu: Inhalt


Service-Navigation


Hauptnavigation/Hauptmenü: Links auf direkt erreichbare, übergeordnete Webseiten


Grafischer Identitätsbereich:

Planetologie / Fernerkund.

Weitere Service-Funktionen



Navigation/Menü: Links auf weitere Seiten dieser Website und Banner





22.12.2004

HRSC Bildserie #143 - Candor Chasma (Orbit 0360)
HRSC Press Release #143 - Candor Chasma (orbit 0360)


 
 RGB Farbbild / RGB Colour Image Am 2. Mai 2004 nahm die hochauflösende Stereokamera (HRSC) auf der ESA Sonde Mars Express im Orbit 360 das Gebiet Candor Chasma im Talsystem Valles Marineris mit einer Auflösung von etwa 40 Metern pro Bildpunkt auf. Die Abbildungen zeigen hiervon einen Ausschnitt bei 5° südlicher Breite und 285° östlicher Länge.

On 29 June 2004 the High Resolution Stereo Camera (HRSC) onboard the ESA spacecraft Mars Express obtained image data in orbit 563 with a ground resolution of approximately 62 metres per pixel. The images cover Claritas Fossae at approximately 25° southern latitude and 253° eastern longitude.


 
 Perspektive / Perspective view Das Bild zeigt die seitliche Wand von Candor Chasma, einem der größten Täler der Valles Marineris. Erosionsprozesse haben Spuren an der Wand hinterlassen, die man in dieser Form auf der Erde vor allem in ariden (sehr trockenen) oder alpinen Regionen findet. Das Hochplateau, das Candor Chasma umgrenzt, ist fast vollkommen flach. Man geht davon aus, daß es aus vielen Lagen basaltischer Lava besteht. Die Wand ist etwa 6 km hoch. Derzeit ist nicht geklärt, welche Prozesse verantwortlich für diesen enormen Höhenunterschied waren. Möglicherweise führten Dehnungsspannungen in der Marskruste zum Auseinanderbrechen der Gesteinsschichten und dem Absinken des Talbodens. Ein Tal, das durch eine derartige Absenkung einer länglichen Senke durch Tektonik entsteht, bezeichnet man als (tektonischen) Graben.

Ziehen sich die Brüche, die einen Graben begrenzen, durch die gesamte Lithosphäre, also die elastische äußere Gesteinsschicht eines Planeten, spricht man von einem Rift. Tatsächlich wurden die Valles Marineris bereits als Rift interpretiert. Eine alternative zu tektonischen Bewegungen wären Einsturzvorgänge. Ein terrestrisches Beispiel ist Karst: Hier wird Karbonatgestein im Untergrund durch Wasser gelöst, und es entstehen Hohlräume. Wenn die Decke einer derartigen Karsthöhle einstürzt, entsteht eine Doline. Auf dem Mars wurden bisher keine großen Karbonatvorkommen entdeckt. Vielleicht könnte es aber infolge anderer Prozesse zum Verlust von Material im Untergrund gekommen sein, worauf die Valles Marineris als Einsturzstrukturen entstanden wären. Beispielsweise könnte ein beträchtlicher Anteil von Eis, der möglicherweise ursprünglich in der Tiefe vorhanden gewesen war, geschmolzen sein. Das Wasser wäre in Richtung der großen Ausflusstäler abgeflossen, und die Oberfläche hätte sich gesenkt. Was auch immer der Grund für die Entstehung der Valles Marineris war, die Wände sind nach der Absenkung des Geländes stark erodiert worden.

 
 Nadiraufnahme / Grayscale Nadir Image The images show the walls of Candor Chasma, which is one of the largest canyons in the Valles Marineris canyon system. Traces of erosion can be observed at the canyon walls, which are similar to erosional features observed on Earth in arid or alpine regions. The high standing plateaus, which have an elevation of approximately 6 km, have a very flat surface and most likely consist of several layers of basaltic lava. While what caused the formation of the canyon system remains unclear, it seems probable that tension and fracturing of the upper crust caused widening of the canyon and subsequent lowering of the valley floor (a so-called tectonic graben). Valles Marineris has also been interpreted as a possible rift, which occurs when tensional fractures extend deeper than the elastic lithosphere.


An alternate theory on the formation of the canyon system is the removal of rock material from the subsurface, as a result of the activity of water, and subsequent collapse of the surface. This process is analogous to the formation of terrestrial karst landscapes. It could also be possible that large amounts of ice in the subsurface melted and this melt water formed the large outflow channels in the north. As a result, the surface collapsed where substantial amounts of ice were removed, forming the Valles Marineris system as we see it today.

 
 Rot-Cyan Anaglyphe / Red-cyan anaglyphe Die Farbansichten wurden aus dem senkrecht blickenden Nadirkanal und den Farbkanälen erstellt, die Schrägansicht wurde aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Die Anaglyphen werden aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal abgeleitet. Die schwarzweißen Detailaufnahmen wurden dem Nadirkanal entnommen, der von allen Kanälen die höchste Auflösung zur Verfügung stellt.

The colour scenes have been derived from the three HRSC-colour channels and the nadir channel. The perspective views have been calculated from the digital terrain model derived from the stereo channels. The anaglyph image was calculated from the nadir and one stereo channel. The black and white high resolution images were derived form the nadir channel which provides the highest detail of all channels.

Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hatte, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 40 Co-Investigatoren aus 33 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung des Principal Investigators (PI) G. Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena -Optronik GmbH). Sie wird vom DLR -Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

 
 Kontextkarte (MOLA) / Context Map (MOLA) The High Resolution Stereo Camera (HRSC) experiment on the ESA Mars Express Mission is led by the Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum who also designed the camera technically. The science team of the experiment consists of 40 Co-Investigators from 33 institutions and 10 nations. The camera was developed at the German Aerospace Center (DLR) under the leadership of the PI G. Neukum and built in cooperation with industrial partners (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH and Jena-Optronik GmbH). The experiment on Mars Express is operated by the DLR Institute of Planetary Research, through ESA/ESOC. The systematic processing of the HRSC image data is carried out at DLR. The scenes shown here were created by the PI-group at the Institute for Geological Sciences of the Freie Universitaet Berlin in cooperation with the German Aerospace Center (DLR), Institute of Planetary Research, Berlin.


© Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Download
hochaufgelöste Bilddaten / full resolution image data


Kontextkarte (MOLA) /

Context Map (MOLA)

download TIF ( 4.6 MBs )

Nadiraufnahme /

Grayscale Nadir Image

download TIF ( 27.8 MBs )

RGB Farbbild /

RGB Colour Image

download TIF ( 82 MBs )

Rot-Cyan Anaglyphe /

Red-cyan anaglyphe

download TIF ( 109.8 MBs )

Perspektive /

Perspective view

download TIF ( 50.6 MBs )

 

© 2003 - 2017 Fachbereich Geowissenschaften Berlin 
Stand: 18.07.2012

Diese Grafiken werden nur in der Druckvorschau verwendet: