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16.10.2007

HRSC Produktserie #346 - Maunder Crater Orbit 2412, 2467

HRSC Press Release #346 - Maunder Crater (orbit 2412, 2467)


RGB Colour Image #1
RGB Colour Image #1
Am 29. November und 14. Dezember 2005 nahm die hochauflösende Stereokamera (HRSC), unter der Leitung des Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin, auf der ESA-Sonde Mars Express in den Orbits 2412 und 2467 einen Teil der Region Noachis Terra mit einer Auflösung von ca. 15 Metern pro Bildpunkt auf. Die Abbildungen zeigen hiervon einen Ausschnitt bei 50° südlicher Breite und 2° östlicher Länge. Die Sonne beleuchtet die Szene aus Nordosten (im Bild von oben links).

On 29 November and 14 December 2005 the High-Resolution Stereo Camera (HRSC), under the leadership of the Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum of Freie Universitaet Berlin, onboard the ESA spacecraft Mars Express obtained image data in orbits 2412 and 2467 with a ground resolution of approximately 15 meters per pixel. The data were acquired in the region of Noachis Terra at approximately 50° southern latitude and 2° eastern longitude. The sun illuminates the scene from the north-east (from top left in the image).



Context Map
Context Map
Der im südlichen Hochland zwischen Argyre Planitia und Hellas Planitia gelegene Einschlagskrater "Maunder" wurde nach dem britischen Astronomen Edward W. Maunder (1851 - 1928) benannt. Mit einem Durchmesser von etwa 90 Kilometern und einer heutigen Tiefe von ca. 900 Metern gehört der Krater nicht zu den größten Einschlagskratern auf dem "Roten Planeten", jedoch wurde er im Laufe der Zeit von großen Mengen Materials teilweise verfüllt und war ursprünglich deutlich tiefer.

The Maunder Crater, located halfway between Argyre Planitia and Hellas Planitia on the southern Highlands of Mars, was named after the British astronomer Edward W. Maunder (1851 - 1928). With a diameter of 90 kilometers and a current depth of barely 900 meters, the crater is not one of the largest impact craters on Mars, but it used to be much deeper and was partly filled with large amounts of material in the past.



Perspective view #1
Perspective view #1
Im Westen des Kraters kam es zu einer ausgeprägten Massenbewegung unkonsolidierten Materials (Lockergestein), vermutlich durch einen Böschungsbruch. Im Zuge dieser Rutschung wurden große Mengen Gestein in das Kraterinnere transportiert. An den Abrisskanten der Rutschung sind deutlich Erosionsrinnen (engl.: Gullies) zu erkennen, die mit der Massenbewegung assoziiert sein könnten.

The west of the crater experienced a major slope failure, during which a large landslide transported unconsolidated material eastward to the inner parts of the crater. The tear-off edges of the crater rim exhibit gullies which could be associated with the mass transport.



Nadir Image #1
Nadir Image #1

Der Übergang zu dem relativ glatten östlichen Teil des Kraterinneren ist durch eine hügelige, unebene Landschaft geprägt. Die Ursachen, die zur Genese dieser Landschaftsform führen, waren lange umstritten. Sie entsteht (unter anderem) im Zuge großer Rutschungen, bei denen sowohl sehr große Gesteinsfragmente wie auch feineres Sediment transportiert werden. Die Ablagerung des transportierten Materials führt zur Bildung dieser Morphologie (vgl. Mount St. Helens, USA).

So called "Hummocky Terrain" constitutes the transition zone from the western rim of the crater to the rather smooth crater floor on the eastern edge of the impact crater. The origin of this morphology, exhibiting small irregularly shaped hills and valleys, was long a mystery. The Hummocky Terrain in the Maunder Crater was formed by deposition of landslide debris (cf. Mount St. Helens, USA).

Perspective view #2
Perspective view #2
Im Osten wird das Kraterinnere durch eine etwa 700 Meter tiefe, sichelförmige Bruchstruktur begrenzt, die sich unterhalb des Kraterrandes gebildet hat. Eventuell besteht ein Zusammenhang mit der Rutschung im Westen des Kraters. Am oberen Rand des Trogs sind deutlich kleine Rinnen erkennbar - ein möglicher Hinweis auf das Austreten von Wasser

Auffällig sind weiterhin kleine (500 bis 2500 Meter) dunkle Strukturen am Kraterboden, bei denen es sich um so genannte Barchane (Sicheldünen) handelt, eine der häufigsten Dünenformen arider (trockener) Klimate. Auf der Erde findet man Sicheldünen besonders eindrucksvoll unter anderem in der westafrikanischen Namib-Wüste. Dort bilden sich derartige Dünen bei konstanten Windrichtungen und wandern relativ schnell.

In the east, the crater floor is bounded by an approximately 700 meters deep trough. It may be associated with the landslide on the western edge of the crater. Some gullies formed on the upper edge of the through - possible evidence for water seepage.

Eye-catching are small (500 to 2500 Meters) dark features on the crater floor. These features are Barchan dunes, one of the most abundant dune forms in arid environment. One can find dunes of this kind on earth e.g. in the West-African Namib desert.

Red-cyan anaglyph #1
Red-cyan anaglyph #1
Die Farbansichten wurden aus dem senkrecht blickenden Nadirkanälen und den drei HRSC-Farbkanälen erstellt, die Schrägansichten wurden aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Die Anaglyphe wurde aus den Nadirkanälen und zwei Stereokanälen abgeleitet. Zum ersten Mal wurde hier ein Anaglpyhenmosaik aus Bilddaten der HRSC erstellt.

The colour scenes have been derived from the three HRSC-colour channels and the nadir channels. The perspective views have been calculated from the digital terrain model derived from the HRSC stereo channels. The anaglyph image was calculated from the nadir channeles and two stereo channels. For the first time an anaglyph mosaic was composed using HRSC Data.



Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hatte, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 40 Co-Investigatoren aus 33 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung des Principal Investigators (PI) G. Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena -Optronik GmbH). Sie wird vom DLR -Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

The High Resolution Stereo Camera (HRSC) experiment on the ESA Mars Express Mission is led by the Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum who also designed the camera technically. The science team of the experiment consists of 40 Co-Investigators from 33 institutions and 10 nations. The camera was developed at the German Aerospace Center (DLR) under the leadership of the PI G. Neukum and built in cooperation with industrial partners (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH and Jena-Optronik GmbH). The experiment on Mars Express is operated by the DLR Institute of Planetary Research, through ESA/ESOC. The systematic processing of the HRSC image data is carried out at DLR. The scenes shown here were created by the PI-group at the Institute for Geological Sciences of the Freie Universitaet Berlin in cooperation with the German Aerospace Center (DLR), Institute of Planetary Research, Berlin.




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hochaufgelöste Bilddaten / high resolution image data

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Red-cyan anaglyph #1:   TIF
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Perspective view #1:   TIF
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© Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 

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17.10.2007

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